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Kunstprojekt: Mein HoyWoj ist bunt!

Moje Wojerecy su pisane!

Im Rahmen eines gemeinsamen Kunstprojektes zur Interkulturellen Woche gestalteten Kinder und Jugendliche des AWO Jugendwerks eine Bank und erschufen ein ebenso farbenfrohes wie couragiertes Kunstobjekt für Hoyerswerda. Die Bank bietet keinen Platz für Rassismus, dafür umso mehr Raum für Demokratie.

Mit bunten Handabdrücken verewigen sich die Kinder und Jugendlichen auf der aussagekräftigen Bank und senden ihre Botschaft selbstbewusst nach außen: Mein HoyWoj ist bunt!

Zusammen mit diesem Statement können sich Passanten im Lausitz Center seit dem 25. September 2021 selbst fotografieren und die entstandenen Aufnahmen über die sozialen Netzwerke teilen. Ab November 2021 wird die “Für_Demokratie”-Bank wandern und an verschiedenen Orten der Stadt wirken.

Ein begleitender Workshop im ZCOM-Zuse-Computer-Museum vermittelte Kindern und Jugendlichen spannendes Wissen bei der Erstellung attraktiver Fotos mit dem Handy sowie den souveränen Umgang mit Social Media.

Hoyerswerda 1991

Statements #mein_hoyerswerda_ist_bunt

Torsten Ruban Zeh, Oberbürgermeister der Stadt Hoyerswerda

„Nur wenn man die Ereignisse aus dem Herbst 1991 als Teil der Stadtgeschichte von Hoyerswerda annimmt, kann das zu einem aufeinander zugehen und zu Versöhnung führen.“

Weitere Statements, Meinungen und Fotos der “Für_Demokratie”-Bank werden unter dem #mein_hoyerswerda_ist_bunt veröffentlicht. Machen Sie mit und teilen Sie Ihre Fotos für ein starkes, couragiertes und weltoffenes Hoyerswerda.

Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh über Hoyerswerda 1991

Pfarrer Jörg Michel, ZivilCourage Hoyerswerda
„Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, viele kleine Schritte tun, können sie das Gesicht der Welt verändern“

Cindy Paulick, Initiative ZivilCourage und Projektleitung politisch-historische Projekte
“Wir wollen nicht schweigen, sondern hinschauen und zuhören!”

Cindy Paulick

Initiative Zivilcourage Hoyerswerda

Gemeinsam für Vielfalt, Toleranz & Demokratie

Als Reaktion auf die Demonstration vom 30. September 2006 aus Anlass des 15. Jahrestages der ausländerfeindlichen Übergriffe entstand die Initiative „Zivilcourage Hoyerswerda“. Viele Bürger/Innen suchten aktiv nach einer Möglichkeit, sich dem entwürdigenden Aufmarsch der Neonazis, welcher ihre Stadt abermals für eine rechtsextreme Gesinnung missbrauchte, entgegenzustellen. Seitdem agieren Bürger/Innen, Institutionen und Vereine von Hoyerswerda beherzt für Demokratie, Vielfalt und Toleranz.

Gemeinsam stellen sie sich den gravierenden und vom Wandel geprägten Herausforderungen der Stadt: Der immense Umbau der Neustadt, die Energiewende, der demografische Wandel, die Corona-Pandemie und ihre Folgen oder die Digitalisierung sowie der 5GNetzausbau stimmen als große Themen hoffnungsvoll, verängstigen jedoch ebenso. Mit couragierter Aufklärungsarbeit tritt die Initiative dem Erstarken rechtsradikaler Gruppen entgegen, welche versuchen, die vorhandenen Zukunftssorgen und Ängste Hoyerswerdas Bewohner/Innen zu instrumentalisieren, um Aggression und Neid gegen Menschen nichtdeutscher Nationalität zu schüren. Die Folgen der ausländerfeindlichen Übergriffe 1991 spüren wir noch heute und haben mit dem an uns haftenden Stigma – eine rechtsradikale Hochburg zu sein, vor der sich Menschen mit einer anderen Sprache oder Hautfarbe fernhalten sollten – zu kämpfen. „Wir, die Bevölkerung von Hoyerswerda, muss Gesamtverantwortung für die Geschehnisse `91 übernehmen ohne jemanden an den Pranger zu stellen. Mit Sich-zu-entschuldigen fängt es an. Das hat etwas mit Würde zu tun“, sagt Grit Lemke, Dokumentarfilmerin und Schriftstellerin aus Hoyerswerda.

Nicht schweigen, hinschauen und zuhören wollten die Initiatoren des Gedenkwochenendes „Hoyerswerda 91“ sowie der direkt anschließenden „Interkulturellen Woche“ im Herbst 2021. Ehemalige Vertragsarbeiter
sprachen über die Geschehnisse von 1991 und gaben berührende Einblicke in die gewalttätigen Ausschreitungen. Erstmalig fanden Podiumsgespräche der Betroffenen mit den Vertreter/Innen der Städte von Hoyerswerda, Solingen, Mölln und Rostock statt. In großen Lettern auf dem Lausitzer Platz sendeten
Bürger/Innen der Stadt Hoyerswerda eine Grußbotschaft an die ehemaligen Vertragsarbeiter aus Mosambique.

Eine weitere Säule des breit aufgestellten bürgerschaftlichen Engagements der Initiative ZivilCourage ist die jährlich stattfindende Veranstaltung „Tag und Nacht der Toleranz“, welche Wissen vermittelt, Vorurteile abbaut und Begegnung ermöglicht. Auch durch die Entfernung rechtsextremer, gewaltverherrlichender Aufkleber trägt die Initiative Zivilcourage aktiv zu einem demokratischen und weltoffenen Stadtbild bei. Diese zweigeteilte Stadt mit ganz unterschiedlichen Traditionen und Lebensentwürfen zusammenzuführen ist ein weiterer Herzenswunsch, den sich Sabine Proksch, Pfarrer Jörg Michel, Cindy Paulick, Roland Huth und die vielen weiteren Akteure des losen Zusammenschlusses auf die bunte
Fahne geschrieben haben.

Im Mittelpunkt der entschlossenen Arbeit steht immer, sich in der Not gegenseitig zu unterstützen, für Demokratie und Gerechtigkeit einzustehen und Verantwortung zu übernehmen. Jeder kann sich aktiv für seine Stadt engagieren, denn wenn „viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, viele kleine Schritte tun, können [sie] das Gesicht der Welt verändern“, heißt es in einem Lied, welches Pfarrer Michel im Gemeindezentrum „Martin Luther King“ immer gerne mit auf den Weg gibt.

Hoyerswerda weltoffen
Initiative ZivilCourage Hoyerswerda
Initiative ZivilCourage und Marketingverein
Kein Platz für Ausgrenzung