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Einfach mehr vom Leben in der Lausitz

Wer viel Zeit in Metropolen verbracht hat, weiß die kurzen Wege in Hoyerswerda zu schätzen.

Anne Besser hat die Welt gesehen, in New York und München gearbeitet, in Dresden und Wroclaw, Polen, studiert, für die „SuperIllu“ und den „Playboy“ geschrieben.

Doch zum Leben für sich und ihre Familie entschied sich die Journalistin und Autorin mit ihrem Mann ganz bewusst für Hoyerswerda. Denn Hoyerswerda trumpft als Familienregion sogar im internationalen Vergleich auf – und die Luft ist deutlich besser als in der Großstadt!

Behütete Kindheit in Berlin und der Lausitz

„Wenn ich an meine Kindheit denke, denke ich vor allem an meine Großeltern“, erzählt die gebürtige Hoyerswerdaerin. „Der Garten von Oma und Opa in Klein Neida war ein riesiger Abenteuerspielplatz für meine Schwester und mich. Dort habe ich mich immer wohlgefühlt und es sehr genossen, dass es neben meinen Eltern noch vier Menschen gibt, die immer für mich da sind.“ Dieses Gefühl wollte die 39-Jährige ihren eigenen Kindern nicht vorenthalten. Deshalb fiel die Entscheidung nach knapp 20 Jahren in der Welt zurück in die Lausitzer Heimat zu kommen, im Sommer 2019 sehr leicht.

Ihre ersten Lebensjahre verbrachte Anne Besser in Berlin. Denn dort hatte ihre Mutter direkt nach dem Studium eine interessante Arbeitsstelle angeboten bekommen. Annes Vater arbeitete wie der Großteil der damals rund 70.000 Einwohner von Hoyerswerda im Kohlekombinat Schwarze Pumpe. „Durch einen Ringtausch bekamen meine Eltern 1986 endlich eine Drei-Zimmer-Wohnung in der heutigen Bautzener Allee 26 und wir konnten zusammenziehen“, erzählt sie. Kita, Grundschule, Hort, Musikschule und an den Wochenenden zu den Großeltern­ – eine behütete Kindheit. Dass die Werte ihrer Eltern sie prägen würden, war für sie nicht weiter verwunderlich. Dass die Jugendliebe aus ihrer Schulzeit später ihr Mann werden würde, vielleicht schon eher. Zumal sich ihre Wege zunächst einmal trennten. 

Anne Besser lebt in der Lausitz

Wegweisende Auslandserfahrungen in den USA und Polen

Noch vor dem Millennium ergatterte die damalige sehr ehrgeizige Schülerin des Konrad-Zuse-Gymnasiums ein Stipendium des Parlamentarischen Patenschafts-Programmes. Dieses vom Deutschen Bundestag und dem US-Congress seit 1983 gemeinsam initiierte Programm ermöglicht bis heute Schülerinnen und Schülern ein Austauschjahr in den USA. „Ich erfuhr damals zufällig und sehr kurzfristig von dieser Chance“, so die heute 39-Jährige. „Auf den letzten Drücker reichte ich meine Bewerbung ein und hatte Glück.“

Die damals 16-Jährige hatte außer einem Familienurlaub in Ungarn noch keinerlei Auslandserfahrungen. „Es war mein erster Flug, meine erste Reise allein und rückblickend betrachtet der entscheidende Schritt in die Selbstständigkeit.“ Anne Besser blickt dankbar auf die Erfahrungen in den USA zurück. Für das „Hoyerswerdaer Tageblatt“ berichtete sie über ihre Highschool-Zeit in den Rocky Mountains und schlug damit früh den Weg zum Journalismus ein. Auch der Kontakt zu ihrer Gastfamilie hat bis heute Bestand: „Wir sehen uns zwar nur alle paar Jahre aber per WhatsApp, Facebook und Instagram sind wir fast täglich in Kontakt.“

Auch das Studium hielt für Anne Besser wertvolle Auslandserfahrungen bereit. An der Technischen Universität Dresden studierte sie Kommunikationswissenschaft, Psychologie und Amerikanistik. Die Teilnahme am Erasmus-Programm für interkulturellen Austausch führte die Studentin für ein halbes Jahr an die Universität nach Wroclaw, Polen. Mit einem weiteren Stipendium absolvierte sie ein Praktikum in einer PR-Agentur in New York.

Nach dem Uni-Abschluss bekam die damalige Mitzwanzigerin eine Zusage für ein Redaktions-Praktikum beim Männermagazin „Playboy“ in München. „Ich mochte die Artikel im Magazin sehr und wollte lernen auch so unterhaltsam zu schreiben.“ Das und noch viel mehr lernte sie dann von der Pike auf an der Deutschen Journalistenschule und der Burda Journalistenschule in München. 

Es bleibt wenig Zeit zum Leben in einer Metropole

Ab 2010 arbeitete die Hoyerswerdaerin als freie Journalistin in München. „Die Stadt ist wunderschön und bietet viele Möglichkeiten. Aber jungen Familien macht sie es nicht leicht“, so die zweifache Mutter. Die Suche nach einer größeren Wohnung in der bayrischen Metropole kostete ein Jahr lang viel Freizeit und noch mehr Nerven. „Mühsamer und kräftezehrender war wohl nur die Suche nach einem Kitaplatz“, so die 39-Jährige. In München werden die Kita-Plätze zentral vergeben. Dennoch wird Eltern empfohlen, sich beim „Tag der offenen Tür“ in jeder Kita persönlich vorzustellen. „In manchen Einrichtungen standen mehrere hundert Namen auf der Warteliste für drei freie Plätze.“

Für das Pendeln zwischen Zuhause, Kita und Büro gingen mit U-Bahn, Bus und Tram täglich vier Stunden Zeit drauf. „Da für unseren Sohn der Wechsel in den Kindergarten bevorstand aber unsere Tochter keine Chance auf einen Krippenplatz in der Nähe hatte, wäre die Fahrerei mittelfristig noch verrückter geworden.“ In München fehlte der jungen Familie schlichtweg die Perspektive für die Kinderbetreuung. Und obwohl sich Anne Besser auf ihrem bisherigen Lebensweg so ziemlich jedes Stipendium erfolgreich erkämpft hat, erklärt sie nüchtern: „Auf einen Hortplatz kamen in unserem Stadtteil etwa zwölf Bewerbungen. Ohne Kinderbetreuung muss ein Elternteil auf seinen Job verzichten und zu Hause bleiben.“ Gerade die jüngsten Erfahrungen coronageplagter Eltern mit Homeschooling beweisen lebhaft, welch hohen Stellenwert eine gesicherte Betreuung der Kinder in unserer Gesellschaft einnimmt.

Home sweet home, Hoyerswerda!

Der Entschluss, ins Lausitzer Seenland zurückzukehren, wuchs langsam heran. „Als wir unsere Familien zu Weihnachten besuchten, nutzten wir die Rückkehrermesse in Kamenz, um uns über potentielle Arbeitgeber zu informieren.“ Eine Job-Perspektive vor Ort ergab sich zwar weder dort noch über die klassischen Job-Portale. „Aber wir waren vom Konzept unserer Wunschkita begeistert und das Ausschlaggebende: die Großeltern sind vor Ort“, fasst Anne Besser zusammen. Als festangestellte Redakteurin schreibt sie für ein Gesundheitsmagazin. „Dank Glasfasernetz in Hoyerswerda und modernem Arbeitgeber in München ist das in meinem Beruf problemlos möglich“, so die Journalistin. Außerdem ist sie als freie Texterin (www.freischreiberin.de) tätig und schreibt Bücher (z.B. „111 Gründe, Vegetarier zu sein“). Ihr Mann ist in einem französischen Unternehmen als Projektleiter im Facility Management tätig. Dafür pendelt der studierte Verkehrsingenieur zwischen Hoyerswerda und Brandenburg an der Havel.

Beide Kinder sind in der gleichen Kita und die ist so nah, dass sie morgens am liebsten mit Laufrad und Fahrrad selbst hinfahren. Die Großeltern wohnen in der Nähe und lange Wege, Parkplatzsuche oder Feierabendstaus gehören der Vergangenheit an: „Anfangs habe ich die vielen freien Flächen in Hoyerswerda gar nicht als Parkplatz für voll genommen“, erzählt Anne Besser. „Dass man für einen Wocheneinkauf inklusive An- und Abfahrt nur 30 Minuten braucht, war für meinen Mann und mich am Anfang fast ein kleines Wunder. Plötzlich hatten wir soviel Freizeit“, lacht die 39-Jährige. Statt in der U-Bahn oder im Stau verbringen die Kinder ihre Nachmittage jetzt mit ihren Kindergartenfreunden. Die kurzen Wege machen es leicht auch unter der Woche etwas zu unternehmen. Ob ein Eis auf dem Markt oder ein Besuch im Zoo, ob Puppentheater in der Kufa oder ein Abstecher zu Oma und Opa – alles ist ohne viel Planung und Aufwand möglich.

In ihrem Haus mit kleinem Garten in Hoyerswerda fühlt sich Familie Besser endlich in der Lausitz angekommen „Die Kinder lieben es, soviel Zeit mit Oma und Opa zu verbringen. Mein Mann und ich genießen die Unterstützung durch die Familie und das viele Grün.“ Überraschend für die beiden Rückkehrer, die sich schon zu Schulzeiten kennenlernten: „Die Luft in Hoyerswerda ist so gut geworden! Unsere Kinder schlafen hier viel besser und sind deutlich seltener krank. Auch dadurch ist unser Leben hier viel entspannter.“

Ausflug ins Lausitzer Seenland
"Als Ausflugsziel in der näheren Umgebung von Hoyerswerda empfehlen wir das Barockschloss in Neschwitz."
Mehr Informationen über das Schloss und den Park

Unsere Top-Ausflugsziele rund um Hoyerswerda

Wir haben eine Jahreskarte im Zoo und lieben den Spielplatz sowie das Rutschen im Miniaturschloss im Schloss Hoyerswerda. Auf unseren Radtouren durch die Region führt es uns zu Zelder´s Teichen oder zum Bröthener See. Sehr gerne stöbern wir auch im Buchladen von Frau Sygusch, sie hat ein tolles Sortiment für Kinder.

Unsere Top-Ausflugsziele rund um Hoyerswerda

"Das idyllische Barockschloss und den Park in Neschwitz haben wir erst kürzlich entdeckt. Der Eiszeitlehrpfad, die Dauerausstellung „Lebenswegen – Zeitenwenden“ und die Vogelschutzausstellung sind für Kinder wirklich toll. Undd bei einem Eis aus der Orangerie genießen wir unser Leben in der Lausitz ganz bewusst.", Anne Besser
Zum Barockschloss und Park Neschwitz